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Materialkunde und Reinigungshinweise für Ihre Küche

Materialkunde und Reinigungshinweise für Ihre KücheDamit Sie lange Freude an den hochwertigen Materialien Ihrer neuen Küche haben, ist die richtige Pflege entscheidend.
Die verschiedenen Materialien haben unterschiedliche Oberflächen, die auch unterschiedlicher Pflege bedürfen. Vorrangig gelten die Produktinformationen und Anleitungen der jeweiligen Hersteller!

Die folgenden Reinigungshinweise stammen von unserem Partner Brigitte Küchen.

Kunststoff

Kunststoffe werden hauptsächlich als Oberflächen von Fronten und Korpussen verwendet. Man unterscheidet zwischen duroplastischen und thermoplastischen Kunststoffen. Als duroplastischer Kunststoff wird Melaminharz verwendet. Melaminharz ist sehr vielseitig einsetzbar und kann mit Dekoren bedruckt werden oder unifarbig sein. Es ist besonders pflegefreundlich, da es eine glatte und geschlossene Oberfläche hat. Speziell für Arbeits- platten werden Schichtstoffe auf Melaminharzbasis eingesetzt, welche die besonderen Anforderungen an HPL/CPL-Arbeitsplatten erfüllen nach DIN EN 438-1.

Kunststoff-Oberflächen lassen sich mit handelsüblichen Reinigungsmitteln (keine Scheuermittel!) bequem reinigen. Die Reinigungsmittel sind mit Wasser zu verdünnen und mit einem sauberen Tuch aufzutragen. Das Abwischen mit klarem Wasser sollte unter Verwendung eines lederartigen Tuches bzw. Haushaltspapiertüchern erfolgen. Anschließend sollte die Oberfläche trocken gerieben werden. Die Verwendung von Nitro- oder Kunstharz-Verdünnungen (auch Reiniger auf Nitrobasis) sowie scheuernden Putzmitteln ist zu unterlassen!

Holzwerkstoffe

Holzwerkstoffe ist der Sammelbegriff für Plattenmaterial, das aus Holzfaser, Holzspänen oder Furnier besteht. Die Spanplatte wird aus beleimten Holzspänen unter hohem Druck und Temperaturen von etwa 100°C hergestellt. Die Mittellage besteht aus groben Spänen, die Decklage aus feinen Spänen. Dadurch entsteht ein „Beplankungseffekt“ der die Formstabilität der Platte gewährleistet. Spanplatten werden immer mit Furnieren oder Kunststoffen beidseitig beschichtet. Die HDF-Platte (HDF = hochdichte Faserplatte) und die MDF-Platte (MDF = mitteldichte Faserplatte) werden ähnlich wie eine Spanplatte hergestellt. Im Unterschied zu Spanplatten werden feine Holzfasern verwendet, was auch ein höheres Gewicht zur Folge hat. HDF- und MDF-Platten haben eine nahezu geschlossenporige Oberfläche und eignen sich besonders als Trägermaterial von 3D-verformten Folienfronten und farbig lackierten Hochglanzfronten.

Hochglanz und Lack glänzend

Geschlossenporige Oberflächen sind pflegefreundlich und lassen sich mit einem leicht feuchten, saug- fähigen und sauberen Tuch/Lappen (kein Microfasertuch!) reinigen. Verwenden Sie Lappen/Tücher, die frei von Verschmutzungen wie Sand- und Staubkörner oder auch Salz und Zucker sind. Ansonsten kann das Reinigen zum Verkratzen der Oberfläche führen – für derartige Beschädigungen übernimmt der Hersteller keine Gewährleistung. Verunreinigungen sollten möglichst sofort mit Wasser, evtl. unter Zugabe von handelsüblichem Neutralreiniger ohne scheuernde Bestandteile entfernt werden. Grundsätzlich sollten Flecken nicht antrocknen. Flecken, Fettspritzer und Fettablagerungen können mit einer warmen, leichten Schmierseifenlösung abgelöst werden. In jedem Fall ist das Reinigungsmittel restlos zu entfernen, um eine Schlierenbildung zu vermeiden. Die Oberfläche ist mit einem sauberen Lappen (oder Haushaltspapier) trocken zuwischen – bitte den Lappen dabei häufig wechseln.

Zur Reinigung keine schleifenden/scheuernden Mittel (Scheuerwolle/Stahlwolle) keine Poliermittel, Wachse, Möbelputzmittel oder Bleichmittel verwenden.

Keine Reinigungsmittel verwenden, die starke Säuren oder starke saure Salze enthalten, wie z. B. Entkalker auf Basis von Ameisensäure und Aminosulfosäure, Abflussreiniger, Salzsäure, Silberputzmittel oder Backofenreiniger und ähnliche Reiniger. Nitro- und Kunstharz-Verdünnungen/Mittel auf Nitrobasis sind ebenfalls nicht geeignet.

Es sollten niemals selbstklebende Folien oder Klebestreifen aufgeklebt werden, da die darin enthaltenen Lösungsmittelreste oder Weichmacher die Oberfläche zerstören können. Möbelpolituren greifen ebenfalls die Oberfläche an und können zu einer Schlierenbildung führen.

Langfristig können auch durch das Reinigen mikroskopisch kleine Gebrauchsspuren entstehen. Diese können je nach Lichteinfall sichtbar sein – stellen aber keine Minderung des Gebrauchswertes dar. Sie sind wie bei vielen glänzenden Oberflächen wie z. B. bei Lackflächen langfristig nicht zu vermeiden.

Mattlack

Der Samteffekt der Küchenmöbel-Oberflächen wird durch eine besondere Porosität der Oberflächen erreicht. Dies macht die Oberflächen gegen stark gefärbte Flüssigkeiten wie z.B. Rote Beete, Tomatenketchup oder Rotwein aber auch Fette empfindlich. Hier gilt ganz besonders, dass umgehend gereinigt werden muss. Ist der Fleck erst einmaleingetrocknet kann er meist nicht mehr vollständig entfernt werden. Mit aggressiveren Mitteln oder Scheuermitteln wird die Oberfläche aufpoliert und es entsteht ein sichtbarer Glanzfleck.

Strukturlack

Lackierte Holzoberflächen werden mit wenig warmem Wasser und einem milden Haushaltsreiniger mittels nebelfeuchtem Tuch gereinigt. Danach die Oberflächen in Strukturrichtung sorgfältig trocknen. Für besonders hartnäckige Flecken kann der Haushaltsreiniger unverdünnt oder auch ein Glasreiniger verwendet werden. Prüfen Sie sicherheitshalber an einer unauffälligen Stelle die Verträglichkeit der Reiniger mit dem Material.

Möbelpolituren oder ähnliches sind als Pflegemittel nicht geeignet, da sie Lösungsmittel und Fette enthalten und häufig einen Film bilden, der das Aussehen verändert.

Echtholz-Furnier

Furnier ist dünn geschnittenes „Massivholz“ mit einer Dicke von bis zu 8 mm. Durch Aufleimen auf Holzwerkstoffe erreicht man eine ähnliche Optik wie bei Massivholz und reduziert gleichzeitig die Empfindlichkeit gegenüber Schwankungen der Luftfeuchtigkeit.

Zur Pflege der Echtholz-Oberflächen genügt es, die Fronten mit einem feuchten Ledertuch, ohne Reinigungsmittel, abzureiben. Bei starker Verschmutzung evtl. etwas Neutralseife verwenden. Das anschließende Trockenreiben kann mit Haushaltspapiertüchern oder für Küchenmöbel geeigneten Microfasertüchern erfolgen. Die Verwendung salmiakhaltiger Reiniger sowie Nitro- und Kunstharz-Verdünnungen (auch Reiniger auf Nitrobasis) ist zu vermeiden.

Da es sich bei Echtholz um einen hydroskopischen Werkstoff handelt, sollte es nicht extrem feuchter oder trockener Luft ausgesetzt werden. Bei Nichtbeachtung kann das Holz, trotz widerstandsfähigem Oberflächenschutz, in Bewegung geraten, d.h. es schwindet oder quillt. Das verarbeitete Holz ist auf eine Temperatur von 18-22°C und die übliche Luftfeuchtigkeit von 45 – 65 % (Hygrometermessung) abgestimmt. Bei einer zu hohen Luftfeuchte sollte die Isolierung der Außenwände sowie die Belüftung des Raumes überprüft werden. Wasserverdampfer an Heizkörpern schaffen z.B. Abhilfe bei zu trockener Luft.

Da Holz ein gewachsenes Naturprodukt ist, sind Farb- und Strukturunterschiede möglich. Selbst unterschiedlicher Lichteinfall kann bei dem selben Holz eine scheinbare Veränderung im Aussehen bewirken. Unterschiedliche Licht- bzw. Sonneneinwirkungen führen außerdem im Laufe der Jahre zu Farbveränderungen.

Arbeitsplatten aus Kunststoff (Schichtstoffoberfläche/HPL)

Thermoplastischer Kunststoff wird als Oberfläche für Fronten eingesetzt. Der Vorteil liegt darin, dass auch Flächenprofile nahtlos gestaltet werden können.

Arbeitsplatten lassen sich mit den im Haushalt üblichen Reinigungsmitteln (ausgenommen Scheuermittel) problemlos reinigen. Das Abstellen von heißen Töpfen/Pfannen (Kochgeschirr) direkt vom Herd auf die Arbeitsplatte ist zu vermeiden (Hitzebeständigkeit nach DIN 68930 „trockene Hitze“ 7B=140°C). Schneiden Sie nicht direkt auf der Arbeitsplatte – verwenden Sie ein Schneidbrett. Dabei muss beachtet werden, dass sich keine Sandkörner, etc. dazwischen befinden, da sonst Kratzer entstehen können. Auch im Bereich der Arbeitsplatten kann es zu Quellschäden kommen, für die der Hersteller keine Gewährleistung übernimmt. Legen Sie keine feuchten Tücher im Eckverbindungs- und Kantenbereich ab und reinigen Sie diese Stellen nie zu nass. Auch hier erhält sofortiges Trockenreiben die Wertigkeit ihrer Küche.

Schubkästen, Auszüge, Vorratsauszüge und Scharniere

Die Beschläge im Schubkasten- und Auszugbereich sowie die Scharniere sind wartungsfrei. Es kann allerdings möglich sein, dass durch das Setzen der Schränke in größeren zeitlichen Abständen die Fronten nachjustiert werden müssen.

Glasflächen

Klarglas kann mit mildem Reinigungsmittel mit Schwamm oder Lappen sowie haushaltsüblichem Glasreiniger gereinigt werden. Unsachgemäße Nutzung wie Scheuern, Kratzen und Schneiden auf Glas sollte vermieden werden. Zur Vermeidung von Kratzern beim Schneiden eine Schneidunterlage verwenden. Bei der Reinigung von satinierten Glasoberflächen dürfen keine silikon- und säurehaltigen Reinigungsmittel verwendet werden. Auf diesen Oberflächen hinterlassen fetthaltige und ölhaltige Substanzen Flecken mit leichter Schattenwirkung, die mit Glasreiniger jedoch zu entfernen sind.

Spiegeldekor

Das porenlose, homogene Material ist hygienisch und für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet. Außerdem ist es beständig gegenüber Pilze und Bakterien sowie handelsüblichen Chemikalien und Substanzen wie Desinfektionsmitteln. Eine Einwirkung von aggressiven Substanzen kann allerdings Markierungen hinterlassen oder das Material beschädigen.

Das Material ist reinigungsfreundlich. Die meisten Verschmutzungen sowie Fingerabdrücke können mit Wasser und einem Mikrofasertuch entfernt werden. Darüber hinaus sind zur Reinigung der Oberfläche haushaltsübliche, flüssige Reiniger verwendbar. Starke Lösungsmittel, Spezialreiniger (z.B. Abflussreiniger, Industriereiniger) sowie aggressive Scheuermittel und starke chemische Substanzen können die Oberfläche beschädigen. Hartnäckige Verschmutzungen entfernen Sie bitte mit einem weichen Schwamm, handelsüblichen Kunststoffreinigern oder flüssiger Reinigungsmilch (ohne Scheuermittel). Keine abrasiven Reinigungsschwämme mit Scheuervlies (z.B. Scotch Brite, Topfschwämme o.ä.) und keine Bürsten verwenden. Diese können Kratzer verursachen. Ebenfalls abzusehen ist von mechanischen Reinigungsverfahren wie z.B. Rasierklingen, Messern, Schabern usw. Hierbei können ebenfalls Kratzer entstehen und die abriebfeste Beschichtung kann beschädigt werden.

Edelstahl

Zur Pflege genügt ein handelsübliches Spülmittel. Hartnäckige Verschmutzungen und Wasserflecken werden mit einem ausgewiesenen Edelstahlpflegemittel entfernt. Flugrostflecken bei Edelstahl können mittels 10%-iger Zitronensäure oder einem handelsüblichen Metallpolish-Reiniger beseitigt werden. Sowohl für polierte als auch für gebürstete Edelstahloberflächen bieten die Hersteller spezielle Pflege- und Reinigungsmittel an.

Aluminium

Aluminiumoberflächen reinigen Sie im Normalfall mit einem feuchten, weichen Tuch ohne weiteren Zusatz. Zur Vermeidung von Wasserflecken empfiehlt es sich die Aluminiumoberfläche gründlich zu trocknen. Bei gröberen Verschmutzungen können Sie einen Glasreiniger oder ein Aluminiumpflegemittel verwenden. Verwenden Sie keine alkalischen oder scheuernde Reinigungsmittel.

Quelle: Brigitte Küchen (Auszug aus der der Pflegeanleitung)

Hinweis:
Die Informationen wurden von uns nach besten Wissen und mit großer Sorgfalt erstellt. Für Vollständigkeit, Fehler redaktioneller und technischer Art, Auslassungen usw. sowie die Richtigkeit der Eintragungen kann keine Haftung übernommen werden. Insbesondere kann keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit von Informationen übernommen werden, die über weiterführende Links erreicht werden.

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